Hintergrund

Der 11. September 2001 hat die Welt nachhaltig verändert. Seither bestimmt die Schuldfrage die internationale Politik. Mit dem Argument 9/11 werden weltweit Menschenrechte verletzt, Kriege geführt, Bürgerrechte abgebaut. Die Auswirkungen sind auch in Europa spürbar.

Dies ist umso schlimmer, als die Schuldfrage auch knappe zehn Jahre nach den Anschlägen ungeklärt ist. Die US-Regierung hat bis heute keine gerichtstauglichen Beweise für ihre Version der Ereignisse vorgelegt. Auch der am 25. Juli 2004 veröffentlichte offizielle 9/11-Untersuchungsbericht hat keine Klärung gebracht. Viele entscheidende Fragen wurden nur gestreift oder ganz weggelassen, viele Zeugen ignoriert, viele Fakten verzerrt dargestellt. So wurde, um nur ein Beispiel zu nennen, der mysteriöse Einsturz von World Trade Center 7 im Bericht mit keinem Wort erwähnt.

Bei genauerer Betrachtung erstaunt es nicht, dass der Bericht nutzlos geblieben ist. Die «National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States», wie die 9/11-Kommission mit vollem Namen heisst, wurde erst auf massiven Druck der Hinterbliebenen und gegen den Willen des Weissen Hauses ins Leben gerufen. Mit 15 Millionen Dollar war das Budget knapp bemessen. Zum Vergleich: Für die Wahrheitsfindung in Bill Clintons Lewinsky-Affäre wurden 40 Millionen Dollar investiert. Die fünf Republikaner und fünf Demokraten, notabene alle ausgewählt von US-Präsident George W. Bush und Tom Daschle, dem Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, mussten immer wieder um Einsicht in wichtige Papiere kämpfen – manchmal mit Erfolg, häufig ohne. Die Kommission tat sich schwer – so schwer, dass der Demokrat Max Cleland nach einem Jahr zurücktrat. «Das ist ein Betrug», sagte Cleland. «Es ist abscheulich. Amerika wird betrogen.»