Christoph R. Hörstel

Regierungs- und Unternehmensberater, Publizist; Experte für Zentral- und Südasien, Nah- und Mittelost, Sicherheitsfragen; Potsdam

Niemand unter den ranghohen Beamten in Deutschland, in Bundesregierung, Bundeswehrführung und in den Geheimdiensten sowie unter den hohen Funktionsträgern der Parteien und des Parlaments, glaubt ernsthaft an die offizielle US-Verschwörungstheorie von bärtigen Herren, die aus den zerklüfteten Bergen des Hindukusch heraus die denkbar komplizierteste Terrorattacke der Weltgeschichte organisiert und geleitet haben sollen. Diesen Eindruck habe ich aus vielen persönlichen Kontakten und Einschätzungen gewinnen müssen.

Im Gegenteil: Immer wieder geben (mir) zum Teil sehr gut informierte Politiker und Ministerialbeamte sowie Mitglieder von Bundeswehr und Polizei im persönlichen Gespräch mehr oder weniger freimütig zu erkennen, dass die US-Regierungen lügen – und ihre Verbündeten ins Komplicentum hineinzwingen. Pakistans ehemaliger Präsident und Generalstabschef Pervez Musharraf hat dies 2006 sehr couragiert in seinen Memoiren noch während seiner Amtszeit beschrieben – und bei einem Staatsbesuch in den USA öffentlich dazu Stellung genommen. 2007 verlor er alle Ämter und Positionen. Wer hierzulande die US-gesteuerte Propaganda angreift oder auch nur bezweifelt, verliert zumeist ebenfalls in kurzer Frist Ämter und Positionen.

Eine unabhängige Untersuchung nicht nur der Ereignisse von 9/11, sondern auch des gesamten Vor- und Umfelds, ist also dringend geboten. Einen besseren Einzelbeitrag zum Weltfrieden und zur überfälligen inneren Reform der Nato-Länder kenne ich nicht.

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